Internet Verbot

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es in meiner Jugend so viele Möglichkeiten hab, abseits von einem guten Gespräch, einem langen Spaziergang oder einer Sport Veranstaltung, so viel Ablenkungen zu bekommen, wie es heutzutage möglich ist.

Buch und Handy
Ein gutes Buch ist doch auch spannend.

Die digitale Welt ist so unglaublich groß geworden und das innerhalb von ca. 25 Jahren, dass ich manchmal gar nicht glauben kann, wie unterschiedlich meine Jugend und die meiner Kinder doch ist. Ich meine, als ich Streit mit meinem Freund hatte, habe ich mich entweder zu ihm bemüht, er war bei uns oder wir telefonierten miteinander.

Wenn meine Tochter sich mit ihrem Freund gestritten hat, dann hängt sie quasi permanent hinter ihrem Smartphone oder wenn der PC frei ist, dann sitzt sie an ihm und nutzt den Facebook Messenger und unterhält (streitet) sich über diesem Weg mit ihrem Freund. Klar, das ist eine Ausnahmesituation.

Sie hat glücklicherweise nur selten eine verbale Auseinandersetzung mit ihrem Liebsten und in solchen Fällen will ich ihr als Mama die Kommunikation natürlich nicht verbieten. Auf der anderen Seite möchte ich auch, dass sie nicht nur hinter einem Bildschirm hockt. Jeder weiß, dass das nicht der beste Weg ist, vor allem für junge Menschen, wenn sie mit anderen Menschen kommunizieren wollen.

Auf der anderen Seite haben sich die Zeiten nun mal stark geändert und was früher außergewöhnlich war, ist heutzutage normal oder in schlimmen Fällen sogar als langweilig bezeichnet.

Auch meine Söhne finden es ganz normal, ihre Freizeit hinter einem Bildschirm zu verbringen. Selbstverständlich interessieren sie sich auch für Sport Events, wollen wissen, wer in den Charts zurzeit auf Platz 1 ist und ob es von dem und dem Schauspieler bald einen neuen Film geben wird, die meiste Zeit verbringen sie aber hinter ihrem Computer oder Smartphone.

Mädchen
So glücklich schaut nur wer wieder ins Netz kann.

Da dieses Verhalten meinem Mann und mir ein Dorn im Auge ist, haben wir uns jetzt dazu entschlossen, dass wir die Online Zeit begrenzen und zwar noch stärker als zuvor. Wir wohnen in einer kleinen Stadt und anscheinend ist unsere Internetverbindung nicht die beste. So sagt es zumindest mein Mann und deshalb dürfen unsere Kinder jeweils jeden Tag maximal 45 Minuten am PC verbringen. Bei dieser Zeit ist die Zeit für Hausaufgaben und Referate noch nicht berücksichtigt.

Außerdem haben mein Mann und ich beschlossen, dass nach 21 Uhr kein Internet mehr genutzt wird. Aus Gesprächen mit anderen Eltern wissen wir zum Beispiel, dass ihre Kinder jeden Abend sehr lange wach bleiben und dabei eigentlich ihre Zeit verschwenden. Denn sie bilden sich dabei nicht etwa, sondern, sie scrollen ihre Facebook Timeline hoch und runter und wenn sie damit fertig sind, wiederholen sie ihr Verhalten auf Instagram, Snapchat und Tumblr. Wir denken, dass es reicht.

 

Der Job meines Mannes

Mein Mann kegelt
Mein Mann kegelt

Ich weiß, in Deutschland redet man über gewisse Dinge nicht. Da ist zum Beispiel der Kontostand, der One Night Stand und das prekäre Arbeitsverhältnis.

Aber ich muss einfach damit an die Öffentlichkeit gehen, wobei sowieso nur sehr wenige Menschen diesen Blog lesen, macht es wahrscheinlich gar keinen Unterschied, ob ich es für mich behalte oder eben diese Zeilen verfasse.

Bevor ich auf das Hauptproblem zu sprechen komme, möchte ich aber erst ein paar Worte zu meinem Mann sagen. Zunächst einmal weiß er, was es heißt, sich um seine Familie zu kümmern.

Wenn er etwas für uns macht, dann macht er es mit Haut und Haaren und er ist sich auch nicht zu schade, wenn die Angelegenheit etwas mehr Aufwand erfordert, als er zunächst angenommen hat.  Ganz im Gegenteil. Er erledigt auch diese Aufgaben, ohne einmal zu murren.

Es gibt aber noch etwas, was ich sehr an ihm schätze: Sobald er durch die Haustür kommt, ist sein Job niemals ein Gesprächsthema. Es ist nicht so, dass wir uns nicht für ihn interessieren würden. Ich stelle hin und wieder auch ein paar Fragen, aber niemals spricht er von sich aus seine Arbeit an. Stattdessen nutzt er die Zeit, um mit seinen Kindern und mit mir zu sprechen. Das finde ich viel wichtiger, als seine Arbeit, zumindest am Essenstisch. Denn natürlich sind wir auf seine Arbeit angewiesen.

Mein Mann ist mittlerweile Energieanlagen Elektroniker. Das war nicht immer so. Sehr lange Zeit war er bei der Bundeswehr und hat dort in der Luftwaffe gearbeitet. Natürlich auch als Techniker, aber in seinen zwölf Jahren bei der Bundeswehr hat er ab und zu auch mal selber ein Flugzeug gesteuert. Und ja, er sah in seiner Uniform sehr gut aus 😊

Vehikel
Foto der Arbeit meines Mannes

Die Firma, bei der er arbeitet, ist eine Firma, die anderen Unternehmen aus der Automobilbranche Teile liefert. Man möchte meinen, dass es dieser Branche sehr gut geht. Autos werden immer gekauft und Autos aus Deutschland haben einen ganz anderen Stellenwert. Soweit die Theorie.

Leider stellt die Firma meines Mannes immer häufiger Menschen ein, die über eine Zeitarbeitsfirma vermittelt wurden. Auf diese Weise kann mal als Firma schnell auf Arbeitsengpässe reagieren und nebenbei auch noch Personalkosten sparen. Ein Umstand, der hierzulande begrüßt werden wird. Deutschland das Niedriglohn Land macht seinem Ruf alle Ehre.

Bis jetzt wurde noch niemand aus der Abteilung meines Mannes durch einen Zeitarbeiter ersetzt. Ich habe allerdings keine großen Hoffnungen, dass das in Zukunft so bleiben wird. Ich warte nur auf den Tag, an dem mein Mann nach Hause kommt und mir davon erzählen wird.

Insgeheim hoffe ich, dass er von sich aus eine andere Stelle suchen wird. Ich glaube aber, dass ich da ein bisschen nachhelfen muss und ihm Stellenanzeigen präsentieren muss.