Mein Faible für Holland

Wie sie vielleicht schon festgestellt haben, bin ich ein riesiger Holland Fan. Das fing schon als kleines Mädchen an. Zusammen mit meinen Eltern und meiner Schwester sind wir regelmäßig ans Ijsselmeer gefahren. Das Ijsselmeer ist eigentlich ein kleiner See, nur sagen die Holländer Meer zum See und See zum Meer (Falls man sie mal nach dem Weg fragt, wundern sie sich also nicht).

Holland hat mehr zu bieten, als Matjes und Käse

Windmühle
Die Windmühlen dürfen nicht fehlen

Auch als junge Frau habe ich immer wieder Ausflüge über die Grenze gemacht. Vor allem das riesige Shopping Angebot hat mich überrascht. Alleine in Enschede gibt es so viele Bekleidungsgeschäfte, dass ich mich über das langweilige Angebot in unserer Stadt immer nur wundern kann.

Das alleine macht den Reiz aber noch nicht aus. Lesen Sie hier, warum ich mich als Holland Fan bezeichne, auch wenn ich so gut wie kein Holländisch spreche.

Wie zu Beginn erwähnt wurde, habe ich einige Male meinen Urlaub in den Niederlanden verbracht. Das prägt natürlich und irgendwann hatte ich mir Bücher über Holland gekauft. In diesen Büchern ging es oft um die Industrie, die dem kleinen Land zu Weltruhm verhelfen sollte. Demnach ging es häufig um Tulpen, ja ich weiß, das ist ein Klischee, aber nun mal auch die Wahrheit.

Des Weiteren fand ich den Umgang der Holländer mit der Arbeit viel entspannter, als in Deutschland, was allerdings auch zu einigen Fragezeichen bei mir führte. Im Freizeitpark, in dem meine Eltern, meine Schwester und ich uns immer aufhielten, kamen die Menschen immer kurz vor 8 Uhr zur Arbeit.

Niemand war schon um 7:45 Uhr da. Sie kamen alle kurz vor Beginn der Schicht und unterhielten sich miteinander. Dabei wurde der Chef nicht ausgenommen. Er wurde in die Gespräche einbezogen und seine Mitarbeiter hatten ihn immer mit seinem Vornamen angesprochen. Das war für mich eigentlich ein Unding.

In Deutschland wäre so etwas undenkbar

Enschede Toren
Blick auf einen der „Enschede Toren“

Ich kann doch einen Vorgesetzten nicht siezen? Doch. Anscheinend ging das sehr gut sogar. Dazu kam, dass die eigentliche Arbeit erst um 8:15 angefangen hat. Hierzulande wird immer penibel drauf geachtet, dass die Arbeit um 8:00 Uhr anfängt.

Auf der anderen Seite ist das Niveau in Holland ja nicht schlecht. Auch meine Eltern hatten Ansprüche und wir haben gewiss nicht in einem 1 Sterne Hotel übernachtet, das scheinbar keine Reinigungskraft bezahlen konnte.

Warum machen sich die Leute in Deutschland eigentlich immer so einen Stress? Ich meine, es kann doch auch etwas ruhiger ablaufen und trotzdem bleibt das Niveau oben. Diese Denkweise zu implementieren ist mir leider nie gelungen.

Ich denke aber, dass ich schlichtweg auch nicht die Position dafür hatte. Ich bin zwar eine leitende Angestellte, auf der anderen Seite habe ich nicht die komplette Entscheidungsgewalt und kann demnach auch keine Strukturen ändern.