Der Job meines Mannes

Mein Mann kegelt
Mein Mann kegelt

Ich weiß, in Deutschland redet man über gewisse Dinge nicht. Da ist zum Beispiel der Kontostand, der One Night Stand und das prekäre Arbeitsverhältnis.

Aber ich muss einfach damit an die Öffentlichkeit gehen, wobei sowieso nur sehr wenige Menschen diesen Blog lesen, macht es wahrscheinlich gar keinen Unterschied, ob ich es für mich behalte oder eben diese Zeilen verfasse.

Bevor ich auf das Hauptproblem zu sprechen komme, möchte ich aber erst ein paar Worte zu meinem Mann sagen. Zunächst einmal weiß er, was es heißt, sich um seine Familie zu kümmern.

Wenn er etwas für uns macht, dann macht er es mit Haut und Haaren und er ist sich auch nicht zu schade, wenn die Angelegenheit etwas mehr Aufwand erfordert, als er zunächst angenommen hat.  Ganz im Gegenteil. Er erledigt auch diese Aufgaben, ohne einmal zu murren.

Es gibt aber noch etwas, was ich sehr an ihm schätze: Sobald er durch die Haustür kommt, ist sein Job niemals ein Gesprächsthema. Es ist nicht so, dass wir uns nicht für ihn interessieren würden. Ich stelle hin und wieder auch ein paar Fragen, aber niemals spricht er von sich aus seine Arbeit an. Stattdessen nutzt er die Zeit, um mit seinen Kindern und mit mir zu sprechen. Das finde ich viel wichtiger, als seine Arbeit, zumindest am Essenstisch. Denn natürlich sind wir auf seine Arbeit angewiesen.

Mein Mann ist mittlerweile Energieanlagen Elektroniker. Das war nicht immer so. Sehr lange Zeit war er bei der Bundeswehr und hat dort in der Luftwaffe gearbeitet. Natürlich auch als Techniker, aber in seinen zwölf Jahren bei der Bundeswehr hat er ab und zu auch mal selber ein Flugzeug gesteuert. Und ja, er sah in seiner Uniform sehr gut aus 😊

Vehikel
Foto der Arbeit meines Mannes

Die Firma, bei der er arbeitet, ist eine Firma, die anderen Unternehmen aus der Automobilbranche Teile liefert. Man möchte meinen, dass es dieser Branche sehr gut geht. Autos werden immer gekauft und Autos aus Deutschland haben einen ganz anderen Stellenwert. Soweit die Theorie.

Leider stellt die Firma meines Mannes immer häufiger Menschen ein, die über eine Zeitarbeitsfirma vermittelt wurden. Auf diese Weise kann mal als Firma schnell auf Arbeitsengpässe reagieren und nebenbei auch noch Personalkosten sparen. Ein Umstand, der hierzulande begrüßt werden wird. Deutschland das Niedriglohn Land macht seinem Ruf alle Ehre.

Bis jetzt wurde noch niemand aus der Abteilung meines Mannes durch einen Zeitarbeiter ersetzt. Ich habe allerdings keine großen Hoffnungen, dass das in Zukunft so bleiben wird. Ich warte nur auf den Tag, an dem mein Mann nach Hause kommt und mir davon erzählen wird.

Insgeheim hoffe ich, dass er von sich aus eine andere Stelle suchen wird. Ich glaube aber, dass ich da ein bisschen nachhelfen muss und ihm Stellenanzeigen präsentieren muss.